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21
Nov
2009

... noch mehr Nachträge

Presse zur Lesung vom 13.11.

Am 18.11. ein erfreulicher Bericht in der Taunuszeitung und am 19.11., nicht weniger positiv, folgte der Bericht im Usinger Anzeiger.
Beide ausführlich und mit Foto, wobei ich mir gewünscht hätte, in der Taunuszeitung auch eines von den drei Autoren veröffentlicht worden wäre, wie es im Usinger Anzeiger der Fall war.
Nun ja ... meines Wissens gibt es auch keine Friedberger Lesehafte, sondern es muss Freiberger Lesehsefte in der Taunuszeitung heißen.
Aber alles in allem bin ich sehr zufrieden, dass überhaupt und dann so ausführlich positiv berichtet worden ist.
Schließlich hatte ich mit Presse nicht gerechnet, aber die rührige Bibliothekarin hatte dafür gesorgt, dass die Veranstaltung zweimal in den lokalen Zeitungen angekündigt wurde.


Vampir

Feuchtes Gemäuer
geräuschvoll fallende Wassertropfen
Echo von Felswänden
Steinige Wege in geheimnisvolles Dunkel

Zarte Spinnweben kleben an Wänden
Ziehen Fäden kaum sichtbar
Zitternd wehen sie im Lufthauch

Fledermäuse jagen, machen fette Beute
Fern vom gedeckten Tisch und dem heimischen Herd
Flackert unwirklich unser Feuer färbt blutrot den Wein:
Es ist angerichtet

©GJ2003/2009

Nein ich eifere nicht Stefanie Meyers nach, deren Werke ich auch nur dem Namen nach kenne. Die Idee und erste Ausführung dieses Textes stammt aus dem Jahr 2003.

15
Nov
2009

Nachträge

Am 11.11. in der Nationalbibliothek, Ffm, die Neuübertragung des „Der abenteuerliche Simplicissimus“, Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, in modernes Deutsch von Reinhard Kaiser, wird unter Mitwirkung von hr2 Kultur vorgestellt.
Gelesen hat Felix von Manteuffel, unprätentiös, wunderbar. Er spielt derzeit am Frankfurter Schauspiel
Reinhard Kaiser hat nach Meinung der Presse eine Großtat vollbracht und die Ausschnitte, die Felix von Manteuffel an jenem Abend zu Besten gab, unterstrichen dieses. Abgesehen von der rezitatorischen Leistung, die Manteuffel auf die Frage des Moderators, wie er es denn schaffe, all die vielen verschiednen Figuren so unterschiedlich zu lesen, mit der Bemerkung, es sei schließlich sein Beruf beantwortete, war es eine Freude dieser Sprache zuzuhören. Es ist Kaiser gelungen, dass wir "normalen" Menschen, die zwar des Deutschen mächtig sind, aber die Originalfassung höchstens ansatzweise zu lesen imstande sind, nun ohne Germanistikseminar, den Simplicissimus lesen und verstehen können. Dennoch hat er es geschafft durch eine große Nähe zur ursprünglichen Fassung (wurde anhand von Textbeispielen von ihm persönlich gezeigt), an der Figur des Barockmenschen Simplicissimus nahe dran zu bleiben und den Ton nicht zu verfälschen.
Hier noch eine Rezi der Süddeutschen


Lesung am 13.11. um 20:00 Uhr in der Stadtbibliothek Usingen. Um „Sieben“ vor dem Eingang der Stadtbibliothek.
Bin schrecklich aufgeregt, das hat Gründe … von wegen „Heimspiel“ … gerade deshalb.
Alles läuft wunderbar und rund, genauso, wie wir es geplant hatten. Prosa und Lyrik im Wechsel und dazwischen die Saxofon-Klänge.
Die Zuhörer sind angetan bis begeistert, wir Autoren sind nach der Lesung vergnügt und entspannt, besonders noch beim Italiener nebenan.

10
Nov
2009

mELANcholie

novemberregen macht müde, antriebslos
tropfen laufen an der scheibe herunter
bilden rinnsale, kleine wasserstraßen
manche verwandeln sich in milchige flocken
gleich mondsteinen schimmern sie
ohne den tag zu erhellen

©GJ2009

9
Nov
2009

Vergehen

... ein typisches Novemberthema ...
Aber nicht nur die Vergänglichkeit in der Natur wird in der Lesung am kommenden Feitag den 13. 11. um 20:00 Uhr in der Stadtbibliothek Usingen thematisiert, sondern auch das Vergehen im Sinn von Verbrechen.
Es lesen drei AutorInnen, eine davon bin ich.
Es gibt Prosa (Ausschnitt aus einem Krimi, Kurzgeschichten und Lyrisches zu hören, das ganze umspielt von Saxofonklängen.

zer r fall


es zerren an mir die tage
an denen ich nichts
als leere spür

tage an welchen ich vage
in ödnis mich
verloren verlier

nur noch novembermüde ruhen will
während draußen nebeltrübe
die Natur zerfällt ganz still


©GJ2001

8
Nov
2009

Vergehen

schwarze zahlen
vor den mond gestellt
werfen schatten

ebenso unheimliche
wie die roten
überhaupt: rot
ist die hübschere farbe

und alles ist vergänglich
denn minus mal minus ergibt
plus
rien ne va

gehe vor bis auf los
wenn du an der reißleine vorbeikommst
vergiss nicht sie zu ziehen

und immer schön alle
schäfchen in einen stall
dass mir ja keins aus der Reihe tanzt

apell
©GJ2007


Die Erinnerung ist immer nur ein Blick zurück.
Unter diesem Titel ein Interview mit Jenny Erpenbeck zur Wende vor 20 Jahren.
Bitte auf "Kultur" gehen und dann herunterscrollen, der Artikel selbst lässt sich nicht direkt verlinken.

5
Nov
2009

Flüchtiges

Zauber verfliegt schnell. Man sollte nicht versuchen ihn zu konservieren, sondern unmittelbar jede Sekunde auskosten.

©GJ200911

2
Nov
2009

im nebel

noch enger beisammen
die giebel der häuser
in den schmalen gassen

verschwommen gezeichnet
das fachwerk - davor
der alte birnbaum
die büsche im garten

der blick fängt
erste sonnenstrahlen
sucht - ankert
zwischen dächern und himmel

gleitet zum kirchturm der
seltsam fremd wirkt
aufgeplustert im baugerüst
verschleiert

wo sind die turmfalken?
©GJ2006


... gut, dass ich nicht jemand bin, der unbedingt an Gräbern berühmter Persönlichkeiten gestanden haben muss, sonst hätte ich mich darüber im Nachhinein geärgert, Büchners Grab auf dem Germaniahügel, in der letzten Woche in Zürich nicht besucht zu haben ... Erst durch die Vergabe des Büchner-Preises 2009 am 31.10. wurde ich wieder daran erinnert.

31
Okt
2009

herbst licht

tiefblau
ertrinkt der himmel
in laubfarben
unwirkliches licht
nur die weite
real
und die entfernung
zu dir

©GJ2004


*Rückschau auf ein paar sehr feine Auszeittage

Vom Hbf aus ein Spaziergang über den hochgelegenen Lindenplatz, mit herrlichem Blick rechtsseitig über die Limmat hinweg auf einen Teil der Altstadt von Zürich.
Hinunter geht es zu den drei großen Kirchen in unmittelbarer Nähe, die alle schon äußerlich beeindrucken.

Großmünster,

Fraumünster und noch ein Link.
Hier drinnen - Stille - und die wunderbaren Farben der Chagallfenster ...

später ...
St. Peter mit dem größten Uhrenzifferblatt Europas,

direkt am Ufer der Limmat gelegen dann noch die
Wasserkirche

Wenige Schritte weiter am Paradeplatz und mir bleibt im Eingang schon fast die Spucke und die Luft weg von diesem Duft: Wenn es einen Schokoladenhimmel gibt, dann findet man ihn garantiert im Café Sprüngli, Zürich

Schön, dass du mich dorthin "ver"führt hast.

Üetliberg, der Hausberg Zürichs, oben ein grandioser, zwar leicht dunstiger Ausblick, rundum, im Süden bis hin zu den Berner Alpen.
Die Apfelsaftschorle, mit Holunderblütensirup versetzt, auf der Terrasse des Uto Kulm schmeckte vorzüglich. Die Temperaturen in der Sonne, wohltuend warm.
Mich hat interessiert wer die Hirschskulpturen-Staßenlaternen auf dem Wanderweg erschaffen hat. Der Künstler heißt Bruno Weber und ist in der Schweiz offenbar kein Unbekannter. Leider habe ich kein Foto im Netz gefunden, auf dem die "Hirsch-Kopf-Leuchten" einigermaßen gut zu erkennen sind.

Im Kino Verblendung angesehen und es hat mich nicht gereut. Die Figuren waren genau richtig besetzt. Mich hat die Umsetzung wirklich überzeugt. Den Drehbuchautoren gebührt Lob und dem Regisseur, der offenbar von Literaturverfilmung eine Menge versteht ebenfalls.

Zürich-typisches Essen gab es hier
Rösti und Zürcher Geschnetzeles, köstlich, die Portion allerdings so groß, dass leider ein Rest auf dem Teller blieb.

Dann der See die Herbstsonne meinte es gut, man konnte noch am Ufer sitzen und lesen.

Wie es bei abgezählten Tagen nun einmal ist, waren sie viel zu schnell vorbei ... aber das Erlebte leuchtet nach ... *
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aufgefaltet

silben worte sätze

Mein Lesestoff


Carlos Ruiz Zafón
Der Schatten des Windes


Herta Müller
Atemschaukel


Norbert Scheuer
Überm Rauschen: Roman


Ulrike Almut Sandig
Streumen: Gedichte


Marlen Pelny
Auftakt


Thomas von Steinaecker
Geister


Robert Gernhardt
Später Spagat


Henning Mankell
Die italienischen Schuhe

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Zuletzt aktualisiert: 21. Nov, 12:29

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