25
Jan
2012

Wirrnis

Wie viele wirre Worte
mögen wieder wachsen über Nacht
niemandem zur Lust.

Wider Wahrheit wider Würde
folgt das Übertragen dieser Last
einer selbstgewirkten Bürde ...



©GJ20120125

16
Jan
2012

januarmorgen

wie mir dein gesicht verschwimmt
- in der frühe ein schemen der nacht -
sich mir ganz und gar entzieht
und dein duft sich verflüchtigt

überm dach vis à vis die sonne
- treibt sie an oder reibt sie auf -
scheint mir ins zimmer, blendet
staubig gegen fensterscheiben

verzahnte tage die sich längen
monoton die leere dunkeln
im garten keimt es viel zu früh
ist es für uns viel zu spät

©GJ20120116

14
Jan
2012

sammler und jäger

gehütet die schätze
sortiert und katalogisiert
stets auf dem neuesten stand
hatte er urlaub nicht gekannt

nun tritt er unfreiwillig eine reise an
mitnehmen kann er nichts

©GJ201210113

12
Jan
2012

… Hast du noch Töne …

Es ist Januar. Seit dem Vorjahressommer blühen Margueriten und Löwenmäulchen ohne eine Ruhephase einzulegen. Im Dezember pflanzte ich eine Christrose ins Beet daneben. Sie trägt prächtige Blüten.
Am Bach, der, nach dem Sturm und andauernden Regenfällen schon mehrfach zum reißenden Fluss wurde, spielen die Stockenten verrückt. Fünf Erpel versuchen zwei Enten zu begatten. Dabei schlucken die Damen kräftig Wasser.

Ich sehne die trockene Kälte, den Frost herbei, einen Winter der Motten und Mücken vertreibt und ich würde mich gern mit dir und an dir aufwärmen.

©GJ20120111

9
Jan
2012

Cheyenne - This Must Be The Place

Gestern Nachmittag habe ich mir endlich den Film angesehen, den ich schon seit Wochen sehen wollte. Cheyenne
Ein Film, der mit wenig Handlung und musikalischer Untermalung auskommt, aber mit nahezu lyrisch anmutenden Sequenzen nachhallt. Ein auf den ersten Moment stiller Film, der aber doch einigen innerlichen Aufruhr verursachte.
Fast alle Figuren, melancholisch, sind Platzhalter. Cheyenne ganz besonders, Sean Penn trägt nach meinem Dafürhalten, diesen in Cannes zu Recht ausgezeichneten Film, als in sich gekehrter, durch sein Leben „schwimmender“ Kind-Mann.
Die Tragik eines zwischen Depression und Langweile zockenden ehemaligen Punk-Rockers hat mich sehr berührt , allein wie er schaut und mit minimalistischen Gesten die Filmgestalt, die nicht mehr ‘seine‘ zu sein scheint, durch den Film laviert, bis zum „Erwachsenwerden“ … Das bewegt! Diese Langsamkeit, manche Szenen in Zeitlupe, Cheyenne stets langsam in Bewegung und Sprache und leise. Gut finde ich auch, dass in der Langzeitehe mit Jane alles easy läuft. Beziehungsprobleme gibt es, aber nicht beim Paar.
Der Regiehöhepunkt - er sei nicht verraten hat mir einen Kälteschauer beschert. Nein, es fließt kein Blut ...

Ein tolles Filmerlebnis! Ohne Einschränkung sehenswert.

cheyenne

schritte schlurfen
gesten in zeitlupe
verlangsamt das spiel auf zeit

7
Jan
2012

verinnerungen

der sturm peitscht
unter den weiden zu ufern
wäre gefährlich

die wasser spielen wild
ich stehe mit den füßen im fluss
mit den ohren in alten melodien
wie vor jahren

und immer wieder fallen
einladung zum tanz
auf der stelle
in kreisender bewegung

alles war schon wie es bleibt
auch der schwarze hund
ist derselbe


©GJ20120107

4
Jan
2012

Haiku zu Neujahr

Januarstille
Ruhe dehnt den Geist, erfrischt.
Heilsames Schweigen

©GJ20120102

1
Jan
2012

Amselfrühling

Die Amseln benehmen sich als sei es schon Ende Februar, kein Wunder, dass sich mir ein Text aus 2004 ins "Denken" schummelt ... ;-)


februarfrühling


amselschwarz weicht
frühlingswarme nacht
flatternd schönt
erstes licht
den nahenden tag
föhnwind fegt
in meine mitte
spannung knistert
vor dem ersten akt

trunken
sattsaugen
an samtworten

©GJ200402


Ein gutes Neues Jahr, Glück und Wohlergehen!
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