27
Mrz
2009

Verkopft oder bäuchlings?

Wo ich auch hingehe, die Erinnerung ist schon da und wartet.
Wie entkomme ich mir?
Es gibt keinen Ort um zu Vergessen und Zeit heilt auch keine Wunden, vielmehr heilen diese mit der Zeit.

26
Mrz
2009

missverständnis?

sätze gleich schlingpflanzen
winden sich wortreich
treffen tonlos
welch ein kümmern
das solchen kummer macht

24
Mrz
2009

Autoren-Ich

"Wenn jedes irgendwie geschriebene Wort etwas über die/den Schreiber/in sagt – wozu dann noch Literatur?"

Ronald M. Schernikau in "Der letzte Kommunist" von Matthias Frings

23
Mrz
2009

Wo stehe ich

Notenlinien winden sich
in Kandinskys Arbeit.
Kulisse für die Uraufführung
von „Bilder einer Ausstellung“.

Musik anschwellen höre ich,
einzelne Töne sich lösen -
Aus dem Bild heraus der Versuch
Worte aufzufädeln
- mühsam das Schreiben
- weil ihm Zweifel innewohnen

keines fallen lassen
aber streichen müssen …
…und aus Dalis Uhren fließt die Zeit

©GJ 20081216

22
Mrz
2009

fremd bestimmt

sie widerstand dem letzten sturm
und knospen setzten hoffnung
am morgen kamen sie
wie übermächtig ihre mittel
nun steht nur noch
der weiß gefleckte stamm
- ich mag nicht schauen
wenn fern er jeden neuen frühlings fällt

©GJ20080322

21
Mrz
2009

Beherrscht

Wohldurchdacht entpersonifiziert das „Nein“.

Wenn Vernunft den Schmerz kontrolliert, gefrieren Gefühle.

Es fließen weder Tränen, noch Worte auf Papier.

©GJ20090321

19
Mrz
2009

I. M. M. 19.03.2009

trauer

schritte sind schnell
nur noch erinnerung
im schmerzgedächtnis

vorbei

vielleicht ein echo
in den reflexzonen
der fußsohlen

wenige stunden her
jahre vergangen
ein spätsommertag
gelebtes leben

vorbei

knirschender kies
die vögel singen

©GJ2004

18
Mrz
2009

Schuldfrage

Wer vermittelt Kindern, die von Hektik und permanentem Leistungsdruck umgeben sind ohne eine geborgene Atmosphäre zu kennen, dass Leben und Lernen schön, aber sehr oft schwer ist?

Wie schaffen wir es, Kindern Sicherheit und Optimismus zu vermitteln, in einer Welt deren Zukunft schmilzt? Damit meine ich nicht nur die Polkappen.

Wir müssen weg vom unbedingten Erfolgszwang und davon, dass nur der zählt, der für seinen Lebensunterhalt selbst aufkommen kann, in Zeiten die von hoher Arbeitslosigkeit geprägt sind.

Solange die Dieter Bohlens und Heidi Klums als Vorbilder agieren, und nicht Personen aus dem realen Leben nachahmenswert erscheinen, wird sich unsere Gesellschaft nach jeder neuen Amok-Tat die gleichen Fragen stellen.

Es ist zu einfach, gewaltverherrlichende Videospiele als Übeltäter festzumachen, aber das dürfte sich inzwischen hoffentlich herumgesprochen haben.

©GJ20090318
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Zuletzt aktualisiert: 13. Feb, 21:00

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