An einem jener sogenannten Sommertage.
Es wird nicht hell. Deprimierend, wenn ich mich damit aufhalte, wie es sein könnte, sollte.
Kurz vor dem kalendarischen Sommerbeginn.
Ein Wetter, an dem jedes einzelne meiner Kopfhaare geradezu süchtig die feinen Tröpfchen des Nieselregens an sich bindet. Die Frisur erlahmt, ergibt sich, spiegelt mein Ich.
Die Feuchte dringt in jede Pore, legt einen Film auf die Haut. Ihr fehlt freies Atmen, nach dem Schwitzen: Trocknen. Duschen und Frottieren erfrischen mäßig. Das T-Shirt aus dem Schrank ist klamm. Es lässt sich nur schwer überstreifen, am Körper glattziehen.
Die Brötchen, die ich hole sind nach zehn Minuten Fußweg, obwohl gut verpackt nicht mehr knusprig. Alles scheint aufzuweichen zu ermatten.
Ich lebe nicht am Meer. Doch bilde ich mir bei einem solchen Wetter gern ein, dass es der Fall ist.
Ein Trick, der allerdings scheitern muss, denn es fehlt der Wind und der Salzgehalt der Luft. Auch ist Nieselregen am Meer selten. Meist kommen dicke Wolken, die sich ergießen und gewaschenes Himmelsblau im Schlepp haben. Jedenfalls in meiner Erinnerung an die im Norden verbrachten Ferien.
Ich halte Ausschau.
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Im Grau der tropischen Stunden
denke ich an die Bonobos im Zoo,
die Gorillas und Orang-Utans.
Es ist ihr Klima,
das Gehege ihr "Urwald".
Im Blick der Primaten liegen Millionen Jahre und Verwandtschaft.
©GJ20120620
GeRdanken - 25. Jun, 15:06