3
Mai
2012

das foto

mit dem haus - den alten bäumen
im sommer als alle ausgeflogen
und das ich im nest hocken blieb
im schattenspiel des blattgrüns
ein anflug von geborgenheit
nur flirrender augenblick
wie das licht unter den zweigen

GJ20120503

10
Mrz
2012

Alltagsbanalitäten

Ein freundlicher Mercedesfahrer, der dir (alte Beule) den Vorrang gewährt
Die kleine Melodie, die dich mitten in der Fußgängerzone erfasst
Endlich als Taschenbuch, die letzte Veröffentlichung deines Lieblingsautors
Dein Parfum im Sonderangebot
Der Duft der Kleinmarkthalle
Eine Rose für die Dame (Weltfrauentag)
Das Treffen mit Blick auf die Skyline
Der erste Cappuccino im Freien
Die Primeln im Kübel vor dem Eingang des Cafés
Eine freie Autobahn auf dem Weg nachhause
Erstes Grün lugt durchs trockene Laub am Bachlauf
Unmengen von Schneeglöckchen

Für einen Tag zu viel, als dass es noch banal wäre.

©GJ20120310

24
Feb
2012

Fundstück

Aus dem Nichts beim Tauchgang.
Gelb, gummibehandschuht bis zur Elle
umfasst die Hand ein morsches Stück Holz.
Von Schmutz und Unrat aufgeraut das Material.
Dunkel fasert Zersetzung,
übergroß schwimmt das Fundstück
die Fingerkuppen voraus, mir entgegen
Ist da wirklich noch eine Hand …
Trotz Ekel und Abscheu packe ich zu.
Nach dem Schiffsunglück werden
noch Reinigungskräfte vermisst.

©GJ20120219

19
Feb
2012

Delikat

Die Situation erschien ihm äußerst heikel. Unsicher schaute er sich im Gastraum um. Sie hatte darauf bestanden, sich hier mit ihm zu treffen. Das Feinschmeckerlokal war die erste Adresse am Platz. Natürlich konnte sie ihn, in ihrer Eigenschaft als seine Galeristin und Förderin zum Essen einladen. Vielleicht war es genauso, wie sie es ihm erklärt hatte.
Gerade hier fallen wir nicht auf. Mitten in der Höhle des Löwen … „Bösen“ hatte sie gesagt und den Versprecher korrigiert. Aber er konnte es nicht vergessen. Es wurde viel über den Besitzer des Lokals, seinen ehemaligen Liebhaber, Michele, gemunkelt. Von Mafiakontakten war die Rede und solchen zur sonstigen Halb-wenn nicht Unterwelt der Provinzstadt. Damals hatte er von all dem noch nichts gewusst.
Jetzt hatte er Angst, dass ihm diese Geschichte gegenwärtig schaden könne, bei seinen Ambitionen Richtung internationalem Kunstmarkt.
Aber Rosanna hatte sich nicht abbringen lassen und so wartete er hier zehn Minuten vor dem Termin, um mit ihr ein delikates Unterfangen bei einem mindestens ebenso delikaten Essen zu besiegeln. Dieses Unternehmen würde nur entfernt etwas mit Kunst zu tun haben, es sei denn, man betrachtete, den Schmuggel von Kokain zwischen Kunstwerken, vorbei an den Kontrollen des Schweizer Zolls als ein Kunststück.
Die Tür ging auf. Rosanna erschien am Arm von Michele.

©GJ20120213

14
Feb
2012

OPST im BBK am So. 12.02.2012

Kleines Resümee der Lesung von OPST (OffenerPoetenStammTisch)Kleines Resümee
Das Thema der Lesung war identisch mit dem Thema der Ausstellung, "Seite für Seite, Blatt für Blatt", es wurden Künstlerbücher gezeigt.
Die Lesung am Sonntagnachmittag war schön und rund, bis auf einen Beitrag, der leider doch etwas abfiel gegen die anderen. Es lasen vier AutorInnen der Gruppe OPST. Manch ein Text lockte ein Schmunzeln hervor, genauso gab es aber auch nachdenklich machende Prosastückchen.
Es gab Musik, Violine und Viola; sehr ausgewogene und fröhliche (alles Mozart) Zwischenspiele, die die Aufmerksamkeit auf vier, jeweils etwa zwanzigminütige Lesungen erhöhten.
Für Jelka war es die erste Lesung überhaupt und sie ist sehr glücklich über das Gelingen. Ich freue mich mit ihr.
Es war eine schöne, bereichernde Veranstaltung, die mit ca. 20 "Fremden" gut besucht war. Das ist in Frankfurt, wo ständig etwas Literarisches geboten wird und das zudem auf hohem Niveau, für eine Gruppe "Nonames" ein nennenswerter Erfolg.

GJ20120214

13
Feb
2012

Wärme

Räume
für Wintergedanken.
Geschichten voll Frost
ranken sich fragil um
Eisblumen

©GJ20120212

8
Feb
2012

Lösungen ...?

Die Lösung eines Problems führt nicht zwangsläufig dazu,
dass dieses nicht mehr auftritt.

©GJ20120208


Leben ist kein Konto,weder zu saldieren,
noch seitenweise abzuschließen.

©GJ200404

6
Feb
2012

missglückt

abseits der loipen
spure ich meine wege

genieße den frost bis in die lungen
die schneestille am berg
das glitzern von eiskristallen
zwischen zerzausten latschen
mein gleiten, meine atemwolken

plötzlich ein klingelton

©GJ20120201
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aufgefaltet

silben worte sätze

Mein Lesestoff


Siri Hustvedt
Was ich liebte



Roger Willemsen
Die Enden der Welt


Andreas Maier
Das Haus


Andreas Maier
Das Zimmer



Martin Suter
Die Zeit, die Zeit



Tomas Tranströmer
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Zuletzt aktualisiert: 13. Feb, 21:00

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